Ausbildung im Einzelhandel - Wo kann ich damit überhaupt arbeiten?


Jedes Jahr verlassen tausende junge Menschen die Schulbank und beginnen die Suche nach einer Ausbildungsstelle; viele von ihnen entscheiden sich für eine Zukunft im Einzelhandel. Wo aber können Azubis arbeiten und welche Aufgaben kommen auf sie zu? Diese Frage beantworten wir im Anschluss.

Die Jugendlichen in Deutschland wählen am häufigsten die Lehre im Einzelhandel - daran hat sich in den letzten Jahren wenig geändert. Von den über 300 verfügbaren Lehrberufen schlossen laut dem Statistischen Bundesamt rund 30.500 junge Menschen Ausbildungsverträge mit Aldi, Rewe und Co. ab. Beliebter als die Ausbildung im Einzelhandel war lediglich das Berufsbild Kfz-Mechatroniker bei den Männern sowie Kauffrau für Büromanagement bei den Damen.

Trotz der Beliebtheit dieses Ausbildungszweiges hat er mit einer Identitätskrise zu kämpfen: Viele Menschen denken beim Begriff Einzelhandel an einen klassischen Verkäufer beim Juwelier oder an der Wursttheke. Dabei ist die Branche weitaus vielfältiger als viele Menschen denken.

Die Ausbildung ist ein praxisnaher Einstieg in den Einzelhandel

Die Ausbildung im Einzelhandel macht Azubis mit der Kundenbetreuung vertraut, informiert über die verkaufsfördernde Präsentation von Waren und gibt ihnen einen Einblick in verantwortungsvolle Aufgaben wie die Nutzung eines CRM-Systems oder die Überwachung des Warenbestandes. Als Servicekraft sind sie fast täglich mit Menschen in Kontakt und müssen mit ihnen verantwortungsbewusst umgehen können – sei es persönlich, am Telefon oder per E-Mail.

Neben dem praktischen Teil, den Azubis im Unternehmen erlernen, besuchen sie eine Berufsschule; sie lernen in Form von Blockunterricht wichtige Inhalte aus dem Bereich des Einzelhandels, Rechnungswesen sowie Warenwirtschaft.

Wer sich für die Ausbildung im Einzelhandel begeistern kann, der findet hier weitere Informationen zu Ausbildungs-Ablauf und Chancen dieser Branche.

Voraussetzungen für eine Karriere im Einzelhandel

Neben guten Noten in den Hauptfächern muss ein/e Einzelhandelskaufmann/-frau offen und freundlich sein; gleichzeitig muss die Person in der Lage sein, Menschen lesen und verstehen zu können – nicht jeder Kunde möchte beim Betreten des Geschäftes sofort angesprochen werden. Eine gute Fachkraft weiß, wann ein Kunde durch das Geschäft bummelt und in Ruhe gelassen werden möchte und wann er Beratung sucht.

Neben einem freundlichen Charakter sollten sich Auszubildende in Topform befinden: Sie müssen meist einen ganzen Tag lang stehen und je nach Tätigkeitsbereich Kisten tragen oder Paletten entladen. Eine weitere wichtige Voraussetzung für gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz im Einzelhandel ist ein gepflegtes Aussehen: Aufgrund des täglichen Kontakts zu (potenziellen) Kunden müssen Azubis präsentabel sein.

Neben den genannten Voraussetzungen sollten die Fachkräfte in einem Unternehmen arbeiten, mit dem sie sich identifizieren können: Sportlich aktive Menschen sind in einem Anbieter von Laufschuhen gut aufgehoben; wer gerne grillt, sollte hinter der Fleischtheke stehen.

Trotz der hohen Voraussetzungen ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Einzelhandel groß: Etwa zehn Bewerber kämpfen um eine Stelle. Männer haben überdurchschnittlich gute Chancen: Laut Wilfried Malcher vom Handelsverband Deutschland sind die Frauen mit einem Anteil von 60 Prozent stärker vertreten. In den kommenden Jahren soll sich die Relation angleichen.

Einzelhandelskaufmänner/-frauen stehen nicht nur hinter dem Ladentisch

Der Einzelhandel bietet ein großes Angebot an Jobs für unterschiedliche qualifizierte Menschen an; selbst Menschen, die die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann/-frau beginnen, stehen später nicht zwingend als Verkäufer hinter dem Ladentisch. Der Handel rekrutiert Führungskräfte überwiegend aus den eigenen Reihen. Die einzige Voraussetzung: eine duale Ausbildung.

Die Ausbildung im Einzelhandel bietet folglich von Anfang an gute Aufstiegsperspektiven. Doch nicht alle schaffen den Aufstieg; erfolgreich sind Menschen, die zielstrebig sind, ihre Leistungsbereitschaft beweisen, aber auch belastbar und flexibel sind – eben die klassischen Eigenschaften einer Führungskraft aufweisen.

Laut Wilfried Malcher vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels sind 2,7 Millionen Menschen im Einzelhandel tätig; rund jeder Zweite arbeitet in Teilzeit. Die Aufgaben der Beschäftigten sind verschieden: Einige verkaufen oder kaufen ein, andere beraten Kunden oder sind im Bereich Marketing tätig. Alle Unternehmen der Branche suchen nach Fachkräften: Insbesondere Berater für Fachpersonal und Kunden, IT-Experten sowie Logistiker und Controller.

Die Aufstiegschancen mit Berufspraxis & Fortbildungen erhöhen

Nach der abgeschlossenen Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau beziehungsweise zum Einzelhandelskaufmann sammeln die jungen Absolventen ein bis zwei Jahre lang Erfahrung; anschließend sollten sie Fortbildungen besuchen. Die Ausbildung zum Handelsfachwirt ist eine gute Möglichkeit, seine Aufstiegschancen zu erhöhen – der Unterricht kann in Vollzeit oder parallel zum Beruf besucht werden.

Ein Handelsfachwirt ist in der Lage, betriebswirtschaftliche Abläufe zu verstehen, sie zu analysieren und zu steuern. Mit seiner Kompetenz kann er beispielsweise den Ein- und Verkauf betreuen, Marketingkonzepte auf die Beine stellen oder die Umsatzstatistik auswerten.

Neben der Weiterbildung zum Fachwirt können Interessenten den Weg zum Betriebswert, Bilanzbuchhalter oder Fachmann für Marketing einschlagen. Aber: Keine Weiterbildung ist kostenlos; nur ein Drittel der Gebühren zahlt der Staat – den Rest muss der Teilnehmer zahlen.

Mit einem Studium auf dem Weg zur Führungsposition

Wer die Karriereleiter bis auf die letzte Stufe erklimmen möchte, kommt um ein Studium nicht herum; viele Führungsebenen sind Absolventen einer Universität vorbehalten. Das beliebteste Studienfach ist die Betriebswirtschaftslehre: In sechs Semestern lernen Sie alles Wissenswerte über das Rechnungswesen, Investitionen sowie Finanzierung, Statistik, Marketing, Mikro- und Makroökonomie und vieles mehr.

Die Betriebswirtschaftslehre bringt Absolventen den Vorteil, dass sie unabhängig von der gewählten Spezialisierung viel Grundwissen erhalten; aus diesem Grund können sie in fast allen Abteilungen im Einzelhandel arbeiten.

Nach dem Bachelor-Studium ist bei vielen Unternehmen im Einzelhandel ein duales Master-Studium möglich: Dieses eröffnet Absolventen unter anderem die Möglichkeit auf eine Anstellung zum Regionalverkaufsleiter.

Die Akademisierung des Einzelhandels

Im Einzelhandel sind nicht nur junge Menschen tätig, die ihre Ausbildung beginnen; auch Hochschulabsolventen fangen ganz unten an: Im weißen Kittel stehen sie im Laden, packen Paletten aus und stellen Produkte ins Regal. Die Handelsriesen suchen seit Jahren nach jungen Akademikern, die im Einzelhandel Karriere machen möchten. Nicht alle Azubis sind qualifiziert genug, um später den Aufstieg zur Führungskraft zu schaffen.

Wie zuvor erwähnt, wird ihre harte Arbeit aber belohnt: Sie schaffen es in wenigen Jahren zu einer Führungsposition, übernehmen die Verantwortung für mehrere Filialen und überwachen hunderte Mitarbeiter.

Die finanzielle Belohnung für diese große Verantwortung ist sehr verschieden: Daten der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt zufolge liegt das Einstiegsgehalt eines Filialleiters im Einzelhandel zwischen 30.000 und 36.000 Euro pro Jahr; Betriebsleiter mit Personalverantwortung werden mit 40.000 bis 52.800 Euro belohnt.

Der potenzielle Karrierepfad einer Kauffrau im Einzelhandel

Abschließend möchten wir Ihnen zeigen, wie der Karrierepfad einer Einzelhandelskauffrau au

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