Berufswunsch Stewardess: Was ist dabei zu beachten?


Das Berufsfeld der Stewardess hat sich in den letzten Jahrzehnten den gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen angepasst. Offenheit, Einfühlungsvermögen und natürliche Freundlichkeit sind für eine Stewardess wichtige Voraussetzungen. Zu den heutigen Aufgaben gehört neben dem freundlichen Kontakt zu den Passagieren vor allem die Gewährleistung der Sicherheit an Bord, die Versorgung der Passagiere mit Nahrung sowie Getränken und das Repräsentieren der Fluggesellschaft.

Stewardessen
© KurtClark – flickr.com

Der Traum vom Fliegen hat die Menschheit schon vor Jahrhunderten fasziniert und so ist es kein Wunder, dass bereits Leonardo da Vinci Pläne für eine Apparatur erstellte, mit deren Hilfe sich der Mensch in die Lüfte erheben sollte. Der erste tatsächliche bemannte Himmelsaufstieg gelang im Jahr 1783 zwei französischen Brüdern in einem Heißluftballon, amals noch ganz ohne Stewardess. Trotz zahlreicher eifriger Pioniere, die teilweise ihr Leben für die Luftfahrtforschung gaben, dauert es noch bis 1903, bevor ein erster erfolgreicher motorisierter Flug durchgeführt werden konnte. Während des Ersten Weltkriegs entwickelten sich die Möglichkeiten der Luftfahrt durch die militärische Forschung so rasant weiter, dass ab den 1920er-Jahren Schritt für Schritt ein weltumspannendes Netz für Passagierflüge aufgebaut werden konnte. Es dauerte jedoch noch bis in die 70er-Jahre, bevor Flugreisen eine Fortbewegungsoption für Jedermann waren. Heute ist eine Welt ohne das Fliegen nicht mehr vorstellbar, doch manche Menschen sind eben nach wie vor ein bisschen faszinierter davon als andere. Was könnte es da also Schöneres geben, als diese Faszination zum Beruf zu machen und Flugbegleiter bzw. Flugbegleiterin zu werden?


Flugbegleiterinnen: Ein Berufsfeld mit langer Tradition

Der Beruf der Stewardess wird gern belächelt und abwertend als "Saftschubse" oder ähnliches betitelt, doch Fakt ist, dass die Namen der ersten Frauen, die an Bord von Flugzeugen als Stewardessen arbeiteten, bis heute in Lexika und Fachliteratur bekannt sind. Die erste Flugbegleiterin Europas war Nelly Diener, die ab 1934 in den Diensten einer Schweizer Fluggesellschaft stand. Seit dieser Zeit hat der Beruf vor allem für junge Mädchen und Frauen, zunehmend aber auch für Männer, seine Attraktivität und Faszination bewahrt.

Das Berufsfeld hat sich in den letzten Jahrzehnten den gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen angepasst. Während in der Mitte des letzten Jahrhunderts das Fliegen nur einer reichen Oberschicht vorbehalten war, kann sich heute jeder binnen weniger Klicks im Internet zu vergleichbar günstigen Konditionen ein Flugticket kaufen. Für die Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen heißt dies natürlich, dass ihre Kunden aus den verschiedensten sozialen, kulturellen und ethnischen Bevölkerungsgruppen kommen. Offenheit, Einfühlungsvermögen und natürliche Freundlichkeit sind also für eine Stewardess wichtige Voraussetzungen. Zu den heutigen Aufgaben gehört neben dem freundlichen Kontakt zu den Passagieren vor allem die Gewährleistung der Sicherheit an Bord, die Versorgung der Passagiere mit Nahrung sowie Getränken und das Repräsentieren der Fluggesellschaft.

Die aktuelle Marktsituation beschreibt eine Festanstellung als wahren Glücksfall. Da auch Fluggesellschaften wirtschaftlich agieren, werden die Personalkosten stetig mit Flugbegleitern aus Leiharbeitsfirmen besetzt. Der generelle Lohn wird mit durchschnittlich 1.600 Euro inklusive Spesen betitelt. Es lohnt sich daher, an den Bewerbungstagen sein Bestes zu geben.

Der Weg zur Stewardess

Wer sich für diesen Beruf interessiert, sollte sich als Erstes natürlich fragen, ob er die nötige Offenheit, Freundlichkeit und Belastbarkeit auch bei langen Arbeitstagen noch bewahren kann. Des Weiteren darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass dieser Beruf körperliche und psychische Probleme, wie zum Beispiel Schlafstörungen, verursachen kann, doch berufsspezifische Risikofaktoren gibt es selbstverständlich in jedem Berufsfeld. Hier bildet die Arbeit als Stewardness weder im positiven noch im negativen Sinne eine Ausnahme.

Stewardessen PANAM
© Al Pavangkanan – flickr.com

Da es sich hierbei um keinen staatlich anerkannten und geregelten Ausbildungsberuf in Deutschland handelt, sind allgemeine Aussagen zu den Qualifikationskriterien nur schwer möglich. Diese variieren bei den einzelnen Fluggesellschaften und können sich zudem auch in Ausbildungsdauer, Ausbildungsinhalt und Ausbildungsabschluss unterscheiden. Es ist also nötig, sich bei den einzelnen Fluggesellschaften separat nach den Anforderungen und Bedingungen zu erkundigen. Die Voraussetzungen für eine erste Bewerbung sind jedoch recht allgemein gehalten. Sie richten sich beispielsweise nach Größe, Auftreten und Körperschmuck. Im Detail lassen sich beispielhaft für Frauen folgenden Grundbedingungen feststellen:

  • Körpergröße bei Frauen zwischen 157 cm bei Ryanair und 165 cm bei Air Berlin
  • Mindestreichweite der Arme von 212 cm, bspw. Bei Emirates
  • ein Mindestalter von 18 Jahren, aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes
  • Normal- oder Idealgewicht wird vorausgesetzt: bei 170 cm – 60 kg bis 72 kg

Darüber hinaus müssen die Bewerber eine flugtaugliche Gesundheit vorweisen. Aufgrund von hohen körperlichen Belastungen und gelegentlichen Einreisebestimmungen erfolgt ein medizinischer Komplettcheck. Hierbei werden die Bewerber auf Allergien, AIDS, sowie generell in puncto Augen, Ohren, Herz, Blut, Urin, Körperbau und Lungen getestet. Ebenfalls unter Berücksichtigung stehen die Zähne, denn das Lächeln gehört zur Jobbeschreibung.

Die lange Liste der Hard Facts

Deutschsprachige Airlines setzen Deutsch als Sprache ebenso voraus wie perfektes Englisch. Weitere Sprachen sind willkommen, jedoch kein Muss. Um die vielfältigen Einreisebestimmungen zu erfüllen, verfügen Bewerber je nach Fluglinie grundsätzlich über einen EU-Pass. Zum Teil wird auch ein "Reisepass ohne Reisebeschränkungen" oder ein "Reisepass, der den internationalen Einsatz ermöglicht" verlangt. Nur bei RyanAir und Hamburg International wird die Fähigkeit, schwimmen zu können, explizit gewünscht. Es bietet sich jedoch gerade im Fall von Notwasserungen dringend an, dies zu beherrschen. Von Vorteil sind weiterhin ein Führerschein der Klasse B und telefonische Erreichbarkeit. Dies steigert die eignen Mobilität und im Falle von Planänderungen kann entsprechend reagiert werden. Nicht mehr so häufig wird ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Stattdessen werden die Bewerber einer Sicherheitsprüfung unterzogen, so kann die Unbedenklichkeit auch in Bezug auf sicherheitsrelevante Bereiche gewährleistet werden. Tattoos werden nur dann akzeptiert, wenn diese für den Fluggast nicht sichtbar sind. Auf Piercings verzichten grundsätzlich alle Fluggesellschaften.

Bewerbungstage und Assessment Center

Auch wenn der Beruf des Flugbegleiters und Flugbegleiterin einige Strapazen mit sich bringt, ist die Verlockung, über den Wolken zu arbeiten, ungebrochen. Daher werden spezielle Assessment Center einberufen. An diesen oft mehrere Tage dauernden Bewerbungsverfahren müssen die Interessenten in Einzelgesprächen, Gruppenarbeit und separaten Aufgaben zeigen, was sie können. Geprüft werden Drucksituationen, Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit aber auch Spontanität und Leistungsbereitschaft.

Wolken
© Greg Younger - flickr.com

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