Bewerbungsratgeber: Von der Bewerbungsmappe zum Bewerbungsinterview


Der erste Eindruck zählt - diese Regel gilt nicht nur im Alltag, sondern auch bei der Bewerbung für einen Arbeitsplatz. Die meisten Bewerbungen beginnen bei der Bewerbungsmappe, die Bewerber bei Unternehmen einsenden - hier endet sie auch häufig. Häufig liegt die Abweisung nicht an der Kompetenz des Bewerbers, sondern an der schlechten Bewerbungsmappe. Dieser Artikel erklärt, was es zu beachten gibt, wie man eine Bewerbungsmappe korrekt erstellt, sich auf das Bewerbungsinterview vorbereitet und typische Fehler vermeidet.

Die Bewerbungsmappe: Das A und O

Die Entscheidung, ob es überhaupt zum Bewerbungsgespräch kommt, fällt bereits bei der Bewerbungsmappe. In großen Unternehmen gehen jeden Tag unzählige solcher Bewerbungen ein. Der Personalleiter entscheidet häufig in wenigen Sekunden, ob eine Bewerbungsmappe einen zweiten Blick wert ist oder nicht.

Als Bewerber muss man sich bei der Erstellung des Bewerbungsschreibens in die Rolle dieser Person versetzen. Als Faustregel gilt: Ein gutes Bewerbungsschreiben ist übersichtlich und kurz, beinhaltet aber alle wichtigen Fakten. Eine klare Struktur erreichen Bewerber mithilfe der AIDA-Formel:

  • A (attention = Aufmerksamkeit): Als Erstes teilt der Bewerber dem Unternehmen mit, wo er von der offenen Stelle gelesen oder gehört hat.
  • I (interest = Interesse): Der Bewerber begründet, warum ihn die offene Stelle interessiert.
  • D (desire = Wunsch): Als Nächstes schreibt der Bewerber, warum er sich für diesen Beruf in dem Betrieb interessiert.
  • A (action = Handeln): Abschließend erklärt der Bewerber, welche Eigenschaften er besitzt und warum er für die offene Stelle geeignet ist.

Bei der Formulierung der Bewerbung ist darauf zu achten, nicht typische Standardformulierungen zu verwenden, die in Ratgebern im Internet erhältlich sind. Diese Formulierungen kennen Personalleiter bereits, demnach können sie kein Interesse bei ihnen wecken. Bewerber steigern ihre Erfolgschancen, indem sie ihr Bewerbungsschreiben mit ihren eigenen Worten verfassen. Diese persönliche Note sorgt dafür, dass das Schreiben nicht sofort im Papierkorb landet.

Ein weiterer Fehler, den viele Bewerber machen, ist die allgemeine Formulierung "Sehr geehrte Damen und Herren" zu Beginn des Schreibens. Diese hinterlässt den Eindruck, dass es sich bei dem Bewerbungsschreiben um eines von Vielen handelt, welche bei anderen Unternehmen landen. Viel persönlicher und eindruckserweckender ist die direkte Anrede. Wer den Namen des Personalleiters nicht kennt, sollte in dem Unternehmen anrufen und diese Information erfragen.

Die äußere Form des Bewerbungsschreibens

Der Firmeninhaber beziehungsweise Personalchef beurteilt das Bewerbungsschreiben folgendermaßen:

  • Zeugnisse zeigen die Stärken und Schwächen des Bewerbers.
  • Der Personalchef wird sich über eventuelle Schwankungen in der Schulzeit informieren.
  • Der Firmeninhaber wird prüfen, ob der Lebenslauf vollständig ist.
  • Er wird darauf achten, ob die beigefügten Unterlagen wahrheitsgemäß sind.
  • Es wird auf die äußere Form und eine möglichst saubere und übersichtliche Darstellung des Schreibens geachtet.

In puncto äußere Form sollten sich Bewerber an folgende Richtlinien halten:

  • Briefpapier:
    • Es kommt persönliches Briefpapier oder weißes, unliniertes Papier im DIN-A4-Format infrage
  • Kopien:
    • Zeugnisse werden immer nur als Kopien versendet
  • Computer:
    • Bewerbungsschreiben und Lebenslauf werden für jede Bewerbung neu geschrieben und „lose“ als Unterlage beigelegt
    • Der Text muss fehlerfrei sein
  • Gliederung:
    • Die Bewerbung erhält mit übersichtlichen Absätzen und einer sinnvollen Einteilung eine schöne Form
  • Länge:
    • Das Einschreiben sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein
    • Die beigefügten Unterlagen verhelfen dem Bewerber, die Stelle zu erhalten
  • Briefkopf:
    • überprüfen Sie die Richtigkeit des Datums und der persönlichen Angaben
  • Bewerbungsmappe:
    • Die Bewerbungsunterlagen sollte man in eine Mappe ordnen
    • Die Unterlagen nicht einzeln in Hüllen stecken
    • Von jeder Bewerbung eine Kopie machen, damit man beim Bewerbungsgespräch weiß, was man geschrieben hat
  • Umschlag:
    • Geeignet ist ein fester, großer Briefumschlag
    • Der Umschlag muss genau an die Personalabteilung adressiert sein
  • Porto:
    • Kein Einschreiben
    • ausreichend Frankieren

Beim Stil des Bewerbungsschreibens gilt:

  • Gegenwartsform
  • Keine übertreibungen
  • Keine Konjunktive
  • Sachlich bleiben
  • Kurze Sätze schreiben
  • keine orthografischen Fehler

Das Bewerbungsgespräch: Vorbereitung treffen und Fehler vermeiden

Alle Vorstellungsgespräche laufen nach einem Schema ab. In der Regel tauchen in etwa dieselben, klassischen Fragen auf. Das sollten Bewerber zu ihrem Vorteil nutzen, indem sie sich mit den nachfolgenden Tipps auf klassische Fragen vorbereiten.

Kandidaten werden in Bewerbungsgesprächen im Grunde in zwei Bereichen geprüft:

Fachliche Qualifikation

Zu den typischen Fragen im Bereich fachliche Qualifikation gehören „Warum möchten Sie in unserem Unternehmen / diesem Tätigkeitsbereich arbeiten?“ oder „Warum eignen Sie sich für die anvisierte Stelle“?

Personalleiter stellen diese beiden Fragen, weil sie erfahren möchten, ob sich der Bewerber Gedanken über seine Zukunft gemacht hat und ernsthaftes Interesse an dem Job besteht. Kandidaten können bei diesen Fragen auf ihre guten Noten in diesem Bereich oder ihre Erfahrung durch Kurse, andere Jobs oder ähnliches hinweisen.

Soziale Kompetenz

Im Bereich soziale Kompetenz gehört die Frage "Was war die größte Herausforderung, welche Sie in den letzten Monaten bewältigt haben?"

Mit dieser Frage versuchen Personalleiter zu erfahren, worauf ein Bewerber stolz ist und was ihn anspornt. Mit der Nennung konkreter Erfolge, zum Beispiel gewonnenen Wettkämpfen oder guten Abschlussnoten, können Kandidaten bei dieser Frage punkten.

Auch diese Frage wird im Rahmen von Bewerbungsgesprächen häufig gestellt: Wie würden Sie sich verhalten, wenn eine Gruppenarbeit nicht funktioniert und deshalb wenig effektiv ist?

Diese Frage soll Personalleitern zeigen, ob der Bewerber ein Teamplayer ist und gleichzeitig schwierige Situationen überstehen und eine passende Lösung finden kann.

Bewerber können darauf hinweisen, dass sie die Probleme zunächst in der Gruppe besprochen haben. Anschließend haben die Aufgaben so verteilt, dass jeder seine Stärken ausnutzen kann.

Typische Fehler vermeiden

Wenn sich Bewerber auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten, dann steigern sie nicht nur ihre Erfolgschancen, sondern vermeiden auch typische Fehler. Zu den häufigsten Fehlern gehören:

  • Der Ansprechpartner wurde vergessen
  • Der Bewerber ist schlecht oder falsch informiert
  • Die Kandidaten kennen ihre Unterlagen nicht
  • Das unpünktliche Erscheinen zum Vorstellungsgespräch
  • übertriebene Schüchternheit oder Selbstbewusstsein

Ein weiterer Fehler, den viele Bewerber machen, und der sie häufig die Jobstelle kostet, ist die Tatsache, dass sie keine Fragen stellen. Auch wenn sie ein gutes Resümee aufweisen, ist es vielen Unternehmen wichtig, dass der Bewerber eine gewisse Eigeninitiative aufweisen kann. Zu den möglichen Fragen gehören:

  • Welcher Aufgabenbereich wird der offenen Stelle zugeordnet?
  • Warum wurde die Stelle frei?
  • Wie viele Kollegen gibt es, wird in einem Team gearbeitet?
  • Gibt es Auszubildende im Unternehmen?
  • Wie verläuft die Einarbeitung?
  • Gibt es Möglichkeiten zur Weiterbildung?

Wer die Tipps und Anleitungen in diesem Artikel befolgt, der steigert seine Erfolgschancen für das kommende Bewerbungsgespräch spürbar. Wir wünschen viel Erfolg!

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