Seitentausch - Auszubildende schnuppern in eine andere Berufswelt


Seitentausch ist ein Azubi-Projekt, das seit November 2015 existiert. Im Rahmen dieses Austausches können Auszubildende ihre Arbeitsplätze tauschen und für ein paar Wochen in den Ausbildungsplatz des anderen hineinschnuppern. Gleichzeitig arbeiten beide Gruppen an gemeinsamen Projekten. Der Ausbildungsalltag wird so zu einem greifbaren Erlebnis. Dieser Einblick soll den Horizont der Auszubildenden erweiterten. Sie lernen unter anderem, sich neue Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen und ihre Präsentations- und Teamfähigkeiten zu verbessern.

Austauschprogramme
Bild 1: Austauschprogramme für Azubis lassen sich im Internet finden. Die Bewerbung erfolgt in wenigen Schritten.

Das Unternehmen BTN, (Büro für Telefonkarten und Numismatik) gehört Klaus Wetjen und Jürgen Radziejewski, zwei Unternehmern, die Telefonkarten und Münzen erfolgreich vertreiben. Seit über 20 Jahren ist BTN eine bekannte Adresse in der Welt der Münzensammler. Die beiden Chefs wollen aber nicht nur Sammlern das Herz erfreuen, sie setzen sich auch für junge Menschen in der Ausbildung ein. Ihr Programm "Seitentausch" ist Teil der Firmenphilosophie.

Was ist Seitentausch?

Seitentausch ist ein Azubi-Projekt, das seit November 2015 existiert und zusammen mit der Lebenshilfe Braunschweig ins Leben gerufen wurde. Die Lebenshilfe setzt sich für Personen mit Behinderungen ein und hilft ihnen durch Förderung und Begleitung, sich in die Gesellschaft einzugliedern. Mit Werkstätten und Aus- und Weiterbildungen ermöglicht sie den Menschen ein eigenständiges Leben. Das Projekt "Seitentausch" fördert darüber hinaus die Selbstverwirklichung der Azubis.

Im Rahmen dieses Austausches können Auszubildende von BTN Münzen und der Lebenshilfe ihre Arbeitsplätze tauschen und für ein paar Wochen in den Ausbildungsplatz des anderen hineinschnuppern. Gleichzeitig arbeiten beide Gruppen an gemeinsamen Projekten. Der Ausbildungsalltag wird so zu einem greifbaren Erlebnis. Dieser Einblick soll den Horizont der Auszubildenden erweiterten. Sie lernen unter anderem, sich neue Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen und ihre Präsentations- und Teamfähigkeiten zu verbessern. Außerdem bauen sie ihre Kommunikationsfertigkeiten aus und lernen, tolerant gegenüber leistungsschwächeren Personen zu sein. Ziel des Projekts "Seitenwechsel" ist zudem das Abbauen von Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderung und die Festigung des Prinzips "Lernen durch Lehren".

Was bringt Seitentausch für Azubis?

Das schöne am Austausch ist für viele Auszubildende das gemeinsame Bocciaspielen und Waffelbacken. Doch auch das Lernen ist Thema des Austausches. Gemeinsam erwerben die Azubis beider Unternehmen neue Kenntnisse aus dem Online-Handel. In verschiedenen Lerneinheiten befassen sich die Nachwuchskräfte mit kaufmännischen Computerprogrammen, verschiedenen Online-Zahlungsarten und weiteren spannenden Themenbereichen. Die Azubis beider Unternehmen lernen in kurzer Zeit, dass sich viele Herausforderungen und Arbeitsfelder gleichen, auch wenn die Ausbildung beider Gruppen unterschiedliche Ziele verfolgt. Teilnehmer, die schon einmal dabei waren, finden das Projekt beeindruckend und hilfreich. In der Gruppe zusammenzuarbeiten ist für viele ein enormer Gewinn.

Eine lebendige Erfahrung

BTN Münzen und die Lebenshilfe Braunschweig sind nicht die einzigen Unternehmen, die ein Austauschprojekt anbieten. Azubis können natürlich auch anderswo auf eine Entdeckungsreise begeben. Ein solcher Austausch während der Ausbildung ist eine lebendige Erfahrung. Diese lässt sich sogar im Ausland absolvieren. Die Azubis eignen sich neue Techniken und Arbeitsmethoden an, lernen eigenverantwortlicher zu werden und ihre Kontakte auszubauen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt diese Programme. Sie sind für junge Menschen ein Karrieresprungbrett aber auch eine persönliche Bereicherung. Azubis sollten auf jeden Fall bei ihrem Ausbildungsbetrieb nachfragen, ob es solche Angebote gibt. Denn das stärkt sie für die berufliche Zukunft und hilft ihnen, ein besseres Verständnis für andere Kulturen, Menschen und Arbeitsweisen aufzubauen. Mit Erasmus+ zum Beispiel können Azubis zwischen drei Wochen und neun Monaten ins europäische Ausland gehen. Stipendien werden übrigens auch an Studenten und Lehrer vergeben. Mit einem Austausch können junge Kaufmänner einen Online-Marketing-Workshop in Spanien machen oder Gastronomen ein Praktikum in Irland oder ein Maler eine Weiterbildung in Frankreich.

Die Azubis müssen keine Angst haben, dass ihr Unternehmen einen Austausch ablehnt. Denn die Ausbilder sehen das als eine Investition in die Zukunft, auch wenn sie eine zeitlang auf ihren Azubi verzichten müssen. Denn diese erhöhen mit einem Austausch ihre Kompetenzen und das Unternehmen wiederum profitiert von neuen Bewerbern.

Vor der Ausbildung - das können Schüler tun

Wer noch zur Schule geht und sich für ein Azubi-Austauschprojekt interessiert, kann bei einer Firma ein Praktikum absolvieren und so das Unternehmen und ihre Azubis frühzeitig kennenlernen. Als Schüler hat man so die Chance, in ein fremdes Unternehmen hinein zu schnuppern und zu lernen, wie junge Menschen dort arbeiten. Viele Berufsmessen und Kennenlerntage, wie der Boys oder Girls Day, ermöglichen einen Austausch und einen Einblick in die zukünftige Azubiwelt.

Quelle: Pixabay @ PublicDomainPictures (CC0 Public Domain)

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