Diese Voraussetzungen müssen Sie für einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein - AVG - erfüllen


Wer von Arbeitslosigkeit bedroht, arbeitslos oder erfolglos auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle ist, für den kann ein sog. Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein interessant sein. Der von der Arbeitsagentur ausgestellte Vermittlungsgutschein ermöglicht dem Antragsteller die kostenlose Nutzung von Maßnahmen zum (Wieder-) Eintritt in den Arbeitsmarkt. Mit dem Gutschein können z.B. private Personalvermittler für Sie aktiv werden und Ihnen zu einem neuen Job verhelfen. Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen und welche Maßnahmen finanziert werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

AVG der Bundesagentur für Arbeit

Diese Voraussetzungen müssen Sie für einen AVG erfüllen.

Sind Sie gut ausgebildet, aber dennoch ohne Job? Es ist nicht immer einfach, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Selbst wenn Ehrgeiz und Motivation vorhanden sind, kann sich die Arbeitssuche schwierig gestalten. Die Ursachen dafür sind verschieden, aber oft einfacher Natur. In einer solchen Situation hilft ein privater Personalvermittler. Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung gewinnt man wertvolle Erkenntnisse.

Trifft ein solcher Fall zu und werden die nötigen Voraussetzungen erfüllt, können die Betroffenen einen sogenannten Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (kurz AVGs genannt) beantragen. Zuständig für Antrag und Vergabe ist die Bundesagentur für Arbeit am Wohnsitz der arbeitssuchenden Person. Den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein gibt es in verschiedenen Versionen.

Wer ist bezugsberechtigt?

Alle Personen haben einen Rechtsanspruch auf einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, sofern sie folgende Bedingungen erfüllen:

  • Die antragstellende Person muss Arbeitslosenunterstützung beziehen
  • Innerhalb der vergangenen 3 Monate war die antragstellende Person vor der AVGS-Beantragung 6 Wochen oder mehr arbeitslos
  • Die antragstellende Person wurde noch nicht vermittelt

Die Bundesagentur kann bei entsprechend vorliegenden Bedingungen auf freiwilliger Basis einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein bewilligen, wenn:

  • die Arbeitslosigkeit weniger als 6 Wochen beträgt
  • der Antragsteller von Arbeitslosigkeit bedroht ist (die Person ist noch beschäftigt, die Kündigung wurde aber bereits ausgesprochen)
  • ein Anspruch nach Arbeitslosengeld II besteht

Welche Arten von Maßnahmen gibt es im Zusammenhang mit einem AVG?

Mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein werden folgende Maßnahmen finanziert:

  • AVGS-MAPAV: Die Vermittlung eines Arbeitsverhältnisses mit Sozialversicherungspflicht durch einen privaten Arbeitsvermittler
  • AVGS-MAT: Job-Coaching bzw. Profiling
  • AVGS-MAG: Die Teilnahme an einer Trainingsmaßnahme mit einem Zeitraum zwischen 6 und 8 Wochen

Wie wird der AVG Antrag gestellt?

Den Antrag stellt man beim zuständigen Betreuer der Agentur für Arbeit. Dabei besteht die Möglichkeit, sich vom Betreuer umfassend beraten zu lassen. Wer keine Beratung benötigt, kann den Antrag telefonisch oder schriftlich anfordern. Der Antrag wird dann per Post zugestellt.

Wie lange ist der AVG gültig?

Bei der Frage der Dauer der Gültigkeit müssen Berechtigte besonders aufpassen. Denn eine einheitliche gesetzliche Regelung, wie es sie einmal gab, existiert nicht mehr. Jeder Betreuer der Agentur für Arbeit kann die Gültigkeit für jeden Fall individuell festlegen. In der Regel beschränkt sich die Dauer der Gültigkeit auf einen Zeitraum von 3 Monaten.

Abgesehen von der Dauer der Gültigkeit gibt es Umstände, bei deren Eintreten die Gültigkeit sofort erlischt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn:

  • der Berechtigte eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufnimmt
  • der Anspruch auf Arbeitslosengeld erlischt
  • die Arbeitslosigkeit endet, zum Beispiel durch Selbständigkeit oder durch Mutterschutz
  • wenn die Arbeitssuche eingestellt wird
  • wenn die Vermittlung von der Agentur für Arbeit übernommen wird

Wie erfolgt die Abrechnung?

Für eine korrekte Abrechnung muss der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein einer AZAV-zertifizierten Arbeitsvermittlung übergeben werden. Die Übergabe erfolgt erst dann, wenn:

  • Eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit durch den Arbeitsvermittler vermittelt wurde und
  • sämtliche Bedingungen und Nebenbestimmungen des AVGs erfüllt wurden.

Mitwirken bei der Arbeitssuche

Ein Antrag auf einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ist nur dann sinnvoll, wenn seitens des Antragstellers ein ernsthaftes Interesse an einer Arbeitsvermittlung besteht. Erkennt der Arbeitsvermittler, dass keine Motivation vorhanden ist, kann er seinerseits seine Bemühungen beschränken. Im Sinne einer schnellen Jobvermittlung ist es daher wichtig, den Arbeitsvermittler von seinem ernsthaften Interesse zu überzeugen.

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