Weiterbildungsfinanzierung - Tipps für Arbeitgeber und -nehmer


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Abend- oder Fernstudium, Aufstiegsfortbildung, Schulung - Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es viele. Weil jede Form der Weiterbildung Kosten mit sich bringt, ist es wichtig, sich vorab Gedanken über die Finanzierung zu machen. Gefördert werden können Weiterbildungen sowohl vom Bund als auch von den Ländern und vom Arbeitgeber. Wir zeigen, was für eine Finanzierung durch den Arbeitgeber spricht und welche weiteren Möglichkeiten es bei der Weiterbildungsfinanzierung gibt.

Weiterbildungsvorteile für Arbeitnehmer

Arbeitnehmern stehen mittlerweile vielfältige Möglichkeiten der Weiterbildung zur Verfügung. Viele davon können sogar berufsbegleitend absolviert werden. Auch in Sachen Förderung sieht es gut aus. Durch einen Bildungsgutschein zur Weiterbildung - eine mögliche Option, die immer mehr Arbeitnehmer in Anspruch nehmen. Aber warum eigentlich? Welche Vorteile bieten Weiterbildungen?
  • Herausforderungen meistern: Gut aus- und weitergebildete Arbeitnehmer haben alle Instrumente zur Hand, um ihre täglichen beruflichen Herausforderungen meistern zu können. In Seminaren und Schulungen können sie ihre Kompetenzen weiter ausbauen und dem Arbeitsalltag dadurch mit mehr Selbstsicherheit begegnen.
  • Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Wer hohe berufliche Qualifikationen nachweisen kann, kann sich nicht nur seinen Arbeitsplatz sichern. Auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigen.
  • Höheres Einkommen: Indem man seine beruflichen Qualifikationen steigert, kann man ein höheres Einkommen erzielen. Selbst dann, wenn man für die Kosten der Weiterbildung alleine aufkommen muss, kann sich die Entscheidung für eine Schulung also bezahlt machen.
  • Gute Chancen bei Gehaltsverhandlungen: Auch ohne eine neue Stelle im Betrieb zu bekleiden, hat man mit einer absolvierten Weiterbildung die besten Chancen auf ein höheres Gehalt. Bei Gehaltsverhandlungen kann man definitiv mit seinen Qualifikationen punkten.
  • Bessere Karrierechancen: Mit der Zeit können sich Anforderungen im Berufsalltag verändern. Mitarbeiter, die darum bemüht sind, sich immer auf dem aktuellen Wissensstand zu halten, sind bei Arbeitgebern sehr begehrt und haben bessere Karrierechancen als ihre Kollegen.
Höhere Anerkennung: Punktet man im beruflichen Umfeld mit Wissen und Kompetenz, erfährt man Anerkennung durch die Führungsebene und Kollegen. Dies kann auch dafür sorgen, dass man bei Beförderungen bevorzugt behandelt wird.

WEITERBILDUNGSFINANZIERUNG

Weiterbildungsvorteile für Arbeitgeber

Auch Arbeitgeber profitieren vom Wissensdurst ihrer Mitarbeiter. Verständlich, dass sich viele Chefs deswegen freuen, wenn Arbeitnehmer aktiv auf sie zukommen und ihre Weiterbildungsabsichten mitteilen. Einige Personaler bieten Mitarbeitern auch gezielt Weiterbildungen an – etwa dann, wenn sie das Gefühl haben, dass eine bestimmte Zusatzqualifikation für die Stelle des Arbeitnehmers sinnvoll ist. Auch im Zuge der Digitalisierung kommt das Thema Weiterbildung und deren Finanzierung immer häufiger zur Sprache. Um Arbeitnehmer optimal auf die Anforderungen der Arbeitswelt 4.0 vorzubereiten, wurde das Qualifizierungschancengesetz geschaffen. Doch bevor es um die mögliche Finanzierung von beruflicher Weiterbildung geht, sollte geklärt werden, welche Motivation Arbeitgeber haben, dem Drang ihrer Mitarbeiter auf Wissensdurst wohlwollend zu begegnen. Weiterbildung ist sinnvoll, davon sind viele Unternehmer überzeugt. Ob die Erhöhung des geschäftlichen Erfolgs oder Mitarbeiterbindung – erfahren Sie, welche Vorteile die Weiterbildung Ihrem Unternehmen bietet:
  • Mehr Know-how im Unternehmen: Dank Weiterbildungen erwerben Mitarbeiter mehr Wissen und können einmal Erlerntes auffrischen. So gelangt wertvolles Know-how in das Unternehmen. Weil dieses auch an Kollegen weitergegeben wird, kommt es dem gesamten Betrieb zugute.
  • Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit: Ein Unternehmen, das sich mit gut weitergebildeten Mitarbeitern brüsten kann, ist weitaus konkurrenzfähiger als vergleichbare Unternehmen. Schließlich nehmen qualifizierte Angestellte einen großen Einfluss auf den unternehmerischen Erfolg.
  • Leistungssteigerung von Mitarbeitern: Wenn der Arbeitgeber eine Weiterbildung finanziert, drückt er damit seine Wertschätzung aus. Bei den meisten Arbeitnehmern bewirkt dies eine langfristige Bindung an das Unternehmen. Gleichzeitig werden bei Mitarbeitern Motivation und Leistung gesteigert.

So können Arbeitgeber ihre Mitarbeiter bei Weiterbildungen unterstützen

Firmen, die erkannt haben, welches Potenzial eine Weiterbildung für das gesamte Unternehmen bietet, haben mehrere Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter zu unterstützen. Neben finanziellen Zuschüssen und Bildungsurlaub kann auch eine individuelle Absprache getroffen werden. Und dann gibt es da noch eine kombinierte Finanzierungsmöglichkeit, etwa über das Qualifizierungschancengesetz.
Finanzierung mit dem Qualifizierungschancengesetz: Bei dieser Weiterbildungsförderung werden Unternehmen bezuschusst, sofern sie die Weiterbildungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter unterstützen. Sowohl Lehrgangskosten als auch Arbeitsentgelt müssen so nur zu einem Teil direkt vom Arbeitgeber finanziert werden. Abhängig von der Unternehmensgröße werden Lehrgangskosten bis zu 100 % bezuschusst, Lohnfortzahlungen während der Weiterbildung mit bis zu 75 %.
Individuelle Absprachen: Eine weitere Möglichkeit, das Bildungsengagement seiner Mitarbeiter zu unterstützen, bieten individuelle Regelungen. Reduzierte Arbeitszeiten, eine komplette oder teilweise Bezahlung der Qualifizierung sowie Darlehen sind Möglichkeiten, die gerne in Anspruch genommen werden. Viele Arbeitgeber möchten für ihre Finanzierungsbeteiligung eine Gegenleistung ihrer Arbeitnehmer. Meistens wird vereinbart, dass sich der Arbeitnehmer für eine bestimmte Zeit an das Unternehmen bindet. Kündigt er innerhalb dieses Zeitraums, muss er die Kosten für den Kurs zurückzahlen.
Bildungsurlaub: Eine ganz andere Variante der Unterstützung ist Bildungsurlaub. Damit der Mitarbeiter an beruflichen Weiterbildungen oder Qualifizierungen teilnehmen kann, wird er für einige Tage von der Arbeit freigestellt. Während dieser Zeit erhält er weiterhin sein Gehalt, so dass er durch seinen Wissensdurst keinerlei Nachteile erlangt. Die Kosten für die Qualifizierung müssen allerdings vom Arbeitnehmer selbst getragen werden. Der gesetzliche Anspruch auf Bildungsurlaub besteht in allen Bundesländern. Nur in Sachsen und Bayern gibt es kein Bildungsurlaubsgesetz. Meistens erhalten Mitarbeiter pro Jahr fünf Tage Bildungsurlaub. Es besteht jedoch auch die Option, diesen Anspruch mit ins folgende Jahr zu nehmen und in diesem zehn zusammenhängende Tage Bildungsurlaub zu beantragen. Der Antrag auf Bildungsurlaub wird direkt beim Arbeitgeber gestellt. Je nach Bundesland sollte man dies vier bis acht Wochen vor Kursbeginn tun. Parallel zum Antrag muss die Anerkennung des Kurses als Bildungsurlaub eingereicht werden. Diese erhält man bei seinem Kursanbieter.

Weiterbildungsförderung von Bund und Ländern

Hat man bei seinem Arbeitgeber wenig Erfolg und wird in seinem Bildungseifer nicht unterstützt, kann man auch von anderer Seite Weiterbildungsförderung erhalten. Bund und Länder bieten eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten. Zu diesen gehören zum Beispiel:

Bildungsprämie:
  • Förderung mit Prämiengutschein, Spargutschein oder einer Kombination aus beidem
  • Voraussetzung ist ein Jahreseinkommen von maximal 20.000 Euro
  • Antragsteller müssen durchschnittlich mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sein oder sich in Eltern- oder Pflegezeit befinden
  • kann 1 Mal pro Jahr beantragt werden
  • bis zu 500 Euro Zuschuss für Weiterbildungen
Bildungsgutschein:
  • für Arbeitssuchende, Arbeitnehmer mit drohender Kündigung oder befristetem Arbeitsvertrag, Berufsrückkehrer
  • Antragsteller müssen eine abgeschlossene Berufsausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung nachweisen
  • 3 Monate gültig
  • ausgestellt auf bestimmtes Bildungsziel und Dauer
  • komplette Übernahme der Kurskosten
Aufstiegs-BAföG:
  • für angehende Meister, Techniker und Fachwirte
  • Voraussetzung ist ein Berufsabschluss mit Berufspraxis
  • die Aufstiegsfortbildung muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen
Weiterbildungsstipendium:
  • für junge Arbeitnehmer bis 24 Jahre
  • Förderung fachlicher Weiterbildungen und fachübergreifender Qualifizierungsmaßnahmen
  • Förderung über 3 Jahre mit bis zu 7.200 Euro bei 10 % Eigenanteil

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