Stressfaktor Arbeit vs. Mitarbeitermotivation - wie sich Arbeitszufriedenheit auf Betriebsklima und Betriebsergebnis auswirkt


Schlüsselfaktoren für ein erfolgreiches Unternehmen sind Innovationskraft, der Einsatz moderner Technologien und die Motivation der Mitarbeiter. Doch welche Anreize wirken leistungsfördernd? Sind es materielle Anreize, ist es das Betriebsklima, ist es die Anerkennung?

Der Beschäftigte erhält seinen Lohn und liefert dafür die vereinbarte Leistung ab. Auf diesen einfachen Zusammenhang wird das Arbeitsverhältnis immer wieder reduziert. Und zweifellos ist das Gehalt ein wichtiger Faktor für die Arbeitszufriedenheit und der Erhaltung der Mitarbeitermotivation. Für die meisten ist es wohl der sogar einzige Grund, überhaupt auf Arbeit zu gehen. Doch die Zeiten, in denen das Austauschverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer allein nach finanziellen Aspekten bewertet werden kann und die Höhe des Verdienstes alleiniger Motivationsfaktor ist, gehören schon länger der Vergangenheit an. Nicht erst die Diskussion um einen neuen Arbeitstypus, der mit dem Begriff Generation Y sogar einen eigenen Namen hat, macht deutlich, dass die Frage nach Arbeitszufriedenheit und gutem Betriebsklima deutlich komplexer ist. Über den zugrunde liegenden Zusammenhang, wonach eine hohe Arbeitszufriedenheit und ein funktionierendes Arbeitsklima die Voraussetzung für ein gutes Betriebsergebnis darstellen, herrscht weitgehend Einigkeit. Unterschiedlich sind dagegen die Ansichten, wie diese Faktoren am besten hergestellt werden können. Neben innerbetrieblichen Faktoren wie materiellen Vergünstigen, gemeinschaftlichen Aktivitäten oder interessanten Aufgaben haben unter dem Stichwort der »Work Live Balance« zunehmend Aspekte an Bedeutung gewonnen, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit sicherstellen sollen.

Innerbetriebliche Faktoren

Die für Arbeitszufriedenheit relevanten Faktoren gleichen einer Bedürfnispyramide. Dabei gilt der Grundsatz, dass die einen Bedürfnisse auf die anderen aufbauen. In der unteren Etage der Pyramide finden sich basale Faktoren wie Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen und eben Bezahlung. Sind die Beschäftigten mit diesen Bedingungen in hohem Maße unzufrieden und fühlen sich massiv ungerecht behandelt, können auch andere Faktoren diese Missstände nicht mehr ausgleichen. Das heißt aber nicht, dass nun alle Mitarbeiter zu den Spitzenverdienern gehören müssen. Dies ist praktisch unmöglich und das wissen die Mitarbeiter auch. Entscheidend ist daher vor allem, dass im Unternehmen Kriterien der Leistungsgerechtigkeit berücksichtigt werden. Dass einzelne, akzeptierte Leistungsträger aufsteigen und mehr verdienen, ist so lange kein Problem, wie deren Auswahl für alle nachvollziehbar ist und nicht etwa persönlichen Seilschaften zugeschrieben wird. Genauso wichtig ist es für die individuelle Arbeitszufriedenheit, dass die Verantwortlichkeiten einzelner Abteilungen klar definiert sind und deren Leistungen transparent dargestellt werden. Hierzu gehört auch der regelmäßige Austausch zwischen den Funktionsbereichen im Unternehmen. Besonders problematisch ist dabei häufig das Verhältnis zwischen Verwaltung und Produktion. Nur durch regelmäßigen Austausch, der das gegenseitige Verständnis fördert, können kontraproduktive Wagenburgmentalitäten zwischen den Einheiten im Unternehmen vermieden werden. Das wichtigste Instrument hierfür ist die Bereitstellung von Gelegenheiten für den Austausch. Neben Betriebsfesten oder gemeinsamen Aktivitäten in der Freizeit sind dies vor allem Gelegenheitsstrukturen in der täglichen Arbeit. Günstig positionierte Kaffeeküchen fördern nachweislich den Austausch und sind zudem Brutstätte innovativer Ideen.

Im Umgang mit neuen Ideen liegt ein weiteres Element für eine hohe Arbeitszufriedenheit. Die Möglichkeit für die Beschäftigten, sich mit neuen Ideen an ihren Vorgesetzten oder die Geschäftsführung wenden zu können, stellt eine wichtiges Signal an die Belegschaft dar, besonders wenn diese Ideen im Rahmen eines betrieblichen Ideenmanagements auch vergütet werden. Es zeigt den Beschäftigten, dass der Arbeitgeber nicht nur an deren reiner Arbeitskraft interessiert ist, sondern deren Blick für das Ganze fördert und fordert. Die Auswirkungen auf das Betriebsergebnis werden auf mehreren Ebenen wirksam: Zum einen fühlen sich Mitarbeiter durch die damit verbundene Anerkennung stärker motiviert, zum anderen können die Vorschläge einen praktischen Nutzen für das Unternehmen haben, wenn sie umgesetzt werden.

Ein wesentlicher Faktor für die Arbeitszufriedenheit ist das Verhältnis von Arbeit und Freizeit bzw. Familie. Gerade in diesem Bereich sind innovative und flexible Lösungen gefragt. Neben bereits vielfach praktizierten flexiblen Arbeitszeitmodellen und Home Office Angeboten müssen sich Arbeitgeber auch zunehmend auf längere Auszeiten ihrer Mitarbeiter einstellen. Auch das absolute Festhalten am Vollzeitmodell scheint in diesem Zusammenhang überholt.
Auch solche, eher indirekte Faktoren wirken sich langfristig positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter und damit auf das Betriebsergebnis aus.

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